Biopolymernetzwerk Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Biobasierte Epoxidharze

Ein weiterer duromerer Kunststoff, der ebenfalls im Bootsbau aber auch in der Luft- und Raumfahrt, dem Automobilrennsport, zur Herstellung von Tennisschlägern oder Windkraftanlagen zum Einsatz kommt, ist Epoxidharz. Solche Epoxidharze werden oft mit Verstärkungsfasern wie Glasfasern, Kohlenstofffasern, Aramidfasern (Kevlar®, Twaron®), aber auch mit Naturfasern verstärkt.

Die Möglichkeiten Epoxidharze herzustellen sind sehr unterschiedlich und komplex. So werden zur Herstellung biobasierter Epoxidharze epoxidierte Pflanzenöle, im Wesentlichen Leinöl, eingesetzt. Anwendungen sind neben Strukturpolymeren und Epoxidschäumen auch Funktionspolymere (z. B. Epoxidharze für Klebstoffe und Beschichtungen).

Häufig wird auch Epichlorhydrin verwendet, welches auch aus biobasiertem Glycerin, einem Abfallprodukt der Biodieselherstellung, erzeugt werden kann. Es wird bereits im industriellen Maßstab produziert.

Eine Alternative, ein 100% biobasiertes Epoxidharz zu erzeugen, wurde Anfang 2011 vorgestellt. Die Forscher stellten aus Traubenkernöl ein Polyamin her, das dann als Härter für eine Reaktion mit epoxidiertem Leinöl verwendet wurde.