Biopolymernetzwerk Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Biobasierte Polyolefine

Zu den wichtigsten und mengenmäßig am häufigsten vorkommenden Kunststoffen gehören die Polyolefine (wichtigste Vertreter: Polyethylen PE und Polypropylen PP). Sie lassen sich am einfachsten dadurch erkennen, dass ihre Dichte kleiner als 1 g/cm³ ist – sie schwimmen in Wasser. Sowohl PE als auch PP lassen sich aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen.

Biopolyethylen (Bio-PE)

Polyethylen (PE) ist der einfachste und zugleich häufigste Kunststoff mit einer globalen Produktionskapazität von 80 Millionen Tonnen (2008). Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, von Folienanwendungen (Beutel, Säcke, Schrumpffolien) über blasgeformte Hohlkörper wie Shampoo-Flaschen, Benzinkanister bis hin zu Fässern und KFZ-Benzintanks und Spritzgussartikeln sowie Extrusionsprodukten wie Rohre und Profile.

Polyethylen kann durch Polymerisation von petrochemisch hergestelltem Ethylengas hergestellt werden. Eine weitere Möglichkeit das Monomer Ethylen herzustellen ist durch Dehydrierung von Ethanol. Diese Methode wurde bereits zu Beginn der großtechnischen PE-Produktion in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vor der Verfügbarkeit von petrochemisch hergestelltem Ethylengas, eingesetzt.

Mit Blick auf die Kunststoffherstellung aus nachwachsenden Rohstoffen ist dieses Verfahren wieder interessant geworden. So wird in Brasilien seit vielen Jahren Bio-Ethanol fermentativ aus Zuckerrohr produziert. Dieses Bio-Ethanol kann nun auch zur Herstellung von Ethylen und somit Bio-Polyethylen herangezogen werden. Seit 2010 gibt es in Brasilien eine entsprechende Produktionsanlage mit einer Jahreskapazität von 200.000 t.

Biopolypropylen (Bio-PP)

Polypropylen (PP) wird ebenfalls für viele technische Anwendungen eingesetzt. Die jährliche Produktionskapazität liegt weltweit bei 44 Mio. Tonnen (2010). Biobasiertes Polypropylen kann wie Bio-PE aus Bio-Ethanol erzeugt werden, allerdings ist das Verfahren deutlich komplexer.

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