Biopolymernetzwerk Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

4. Wie werden Biokunststoffe in Deutschland entsorgt?

Grundsätzlich wird eine Kaskadennutzung von Biokunststoffen als Teil der biobasierten Kreislaufwirtschaft angestrebt.

Kaskadennutzung bedeutet einfach übersetzt eine Mehrfachnutzung von Rohstoffen und den daraus hergestellten Produkten; d. h.: Sie sollen so lange wie möglich in der Wertschöpfungskette genutzt werden und wie Kaskaden dabei verschiedene Stufen durchlaufen. Dies bezieht sich auch auf den letzten Abschnitt eines Produktlebenszyklus, der Entsorgung.

Die Biokunststoffe sollen dabei - wie die petrochemischen Kunststoffe auch - möglichst mehrfach stofflich genutzt (Recycling) und am Ende ihres Lebensweges thermisch verwertet werden, um einen möglichst großen Teil der Herstellungsenergie zurückzugewinnen und fossile Ressourcen bei der Energieerzeugung zu ersetzen. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Flächen- und Ressourceneffizienz aus.

Die ersten modernen Biokunststoffe, die Ende der 80er Jahre auf den Markt kamen, waren in der Regel biologisch abbaubar. Damit konnten die Produkte im Rahmen einer industriellen Kompostierung entsorgt werden. Diese Option wurde von den Herstellern als großer Vorteil im Vergleich zu den üblichen Kunststoffen beworben. Inzwischen ist die Entwicklung weiter vorangeschritten, es gibt zunehmend langlebige Biokunststoffe mit hervorragenden technischen Eigenschaften auf dem Markt. Die biologische Abbaubarkeit ist daher nur noch für wenige spezielle Produkte wie z.B. medizinisches Material, Agrarfolien oder Pflanzbänder, die im Boden verrotten, bzw. Bioabfalltüten, die zusammen mit dem Bioabfall kompostiert werden können, eine Entsorgungsoption.