Biopolymernetzwerk Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Welche praktischen und möglichen Entsorgungsoptionen gibt es?

Derzeit praktizierte und mögliche Optionen für die Entsorgung und Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung von biobasierten Polymerprodukten sind:

  • Erfassung von Verpackungen über die dualen Systeme (gelbe Tonne oder gelber Sack) und Pfandsysteme (Ein- und Mehrwegpfandsystem) im Konsens mit der VerpackV [1] mit den Möglichkeiten der Wiederverwendung, des werk- und rohstofflichen Recyclings, der energetischen Verwertung oder ggf. Beseitigung mit dem Störstoffstrom.
  • Nach derzeitigem Stand sind moderne Sortieranlagen grundsätzlich in der Lage, biobasierte Kunststoffprodukte zu sortieren, erforderlich ist allerdings eine Nach- bzw. Umrüstung für eine separate Handhabung neuer zusätzlicher Fraktionen, wie bspw. PLA. Dies ist aber erst ab einer gewissen Mindestmenge an auszusortierendem Material im gesamten Massestrom wirtschaftlich sinnvoll. Drop-In-Polymere, wie z.B. Bio-PET, ordnen sich bereits in die bestehenden werkstofflichen Recyclingströme ein.
  • Erfassung von zertifizierten kompostierbaren, biobasierten Polymeren im Konsens mit der BioAbfV [2] über die Biotonne mit den Möglichkeiten des rohstofflichen Recyclings (Kompostierung) als auch der energetischen Verwertung (in einer Biogasanlage) bzw. Beseitigung mit dem Störstoffstrom
  • Rücknahmesysteme (Altfahrzeuge und Elektroabfall) mit der gesamten Bandbreite der Optionen von der Wiederverwendung bis zur Beseitigung
  • Sperrmüllsammlung sowie als Monochargen ebenso mit der Bandbreite der Optionen vom Recycling bis zur Beseitigung
  • Restabfallsammlung und Beseitigung (mechanisch-biologisch/thermisch)

[1] VerpackV: §16 Übergangsvorschrift am 31.12.2012 für biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffverpackungen und Einweggetränkeverpackungen, nach §16 VerpackV, ist ausgelaufen

[2] BioAbfV: laut Anhang 1 Nummer 1 Buchstabe a zählen Verpackungen aus kompostierbaren Kunststoff aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen nicht zu Bioabfällen gemäß §2 Nummer 1